Kategorie: Presse

Meisterschaft 2017 – Endlich am Ziel!

Wir sind Meister der Kreisliga A!

Am vorletzten Spieltag gelang unserer 1. Mannschaft ihr Meisterstück! Im Auswärtsspiel in Zschadraß gelang ein 3:2 Auswärtssieg. Vier Minuten vor Schluss erzielte Philipp Werner den entscheidenden Treffer. Vorausgegangen war ein gutes Spitzenspiel indem unsere Mannschaft die Bessere war. Allein sieben! Mal Aluminium ließen die etwa 100 mitgereisten Fans schier zu verzweifeln.

Nach dem Schlusspfiff war der Jubel grenzenlos. Erschöpft aber glücklich ließen die Spieler und das Trainergespann ihre Emotionen freien Lauf. Der größte Erfolg in der fast 70 jährigen Vereinsgeschichte war geschafft. Mit einem großen Autokurso von Zschadraß via Sportlerheim Hochweitzschen und der anschließenden Party wird lange in Erinnerung bleiben.

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Der Dank gilt in erster Linie der Mannschaft und den Trainern Klaus Krzemyk und Axel Klingner.

Ein intaktes Umfeld mit dem Vorstand und den vielen fleißigen Helfern trugen ebenso wie unsere fantastischen Fans dazu bei, das es nach der zweimaligen Vizemeisterschaft nun endlich mit dem Platz an der Sonne geklappt hat.

Zur offiziellen Meisterehrung am Sonntag vor dem letzten Punktspiel zu Hause gegen Lok Döbeln sind alle recht herzlich eingeladen. Anstoß der Partie ist 15:00 Uhr!

Holger Mimel

Holger Mimel im DAZ-Gespräch

SV Medizin Hochweitzschen mit neuen Plänen und dem Traum vom Aufstieg

Hochweitzschen. Beim SV Medizin Hochweitzschen könnte es derzeit nicht besser laufen. Die erste Männermannschaft spielt ganz oben in der Kreisliga-Tabelle mit, das neugebaute Vereinsheim brachte ebenso neuen Aufschwung. Trotzdem kommt ein Stillstand für den Vereinsvorsitzenden Holger Mimel nicht in Frage. Über aktuelle Pläne des Vereins  und das Geheimnis, wo die gute Motivation dafür herkommt, verrät Vorstandsvorsitzender Holger Mimel im DAZ-Gespräch.

„Dass wir als Verein kräftig mit anpacken, ist selbstverständlich für uns“

Frage: Beim SV Medizin Hochweitzschen läuft es derzeit wie geschmiert. Die erste Männermannschaft steht an zweiter Stelle in der Tabelle und auch das Vereinsleben ist in Bewegung. Als Vereinsvorsitzender dürfte man da ruhige Nächte genießen, oder?

Holger Mimel: In der Vergangenheit gab es immer wieder positive und negative Entwicklungen. Was dabei immer geholfen hat, war der enge Zusammenhalt innerhalb des Vereins. Zur Zeit ist die Konstellation im Verein sehr gut. Aber ich bin realistisch, das kann auch mal schnell umschlagen.

Der SV Medizin Hochweitzschen ist vor allem durch die sportlichen Erfolge in der letzten Saison in aller Munde. Dort konnten sich die Kreisliga-Fußballer vom neunten auf den zweiten Platz vorarbeiten. Trotzdem gab der Verein relativ frühzeitig bekannt, dass ein Aufstieg nicht zur Debatte steht. Warum?

Als wir registrierten, dass wir auf dem zweiten Tabellenplatz sicher sind und eine reale Chance für den Aufstieg in die Kreisoberliga bestand, haben wir uns zusammen gesetzt, um darüber zu diskutieren. Wir waren uns schnell einig, dass es nach der vergangenen Saison zu früh wäre, aufzusteigen. Also haben wir uns dagegen entschieden.

Reizt ein solcher sportlicher Erfolg nicht ungemein?

Natürlich, aber da spielen noch mehrere Faktoren eine Rolle. Finanziell ist es ein größerer Aufwand und auch spielerisch wollten wir uns als Mannschaft erst einmal festigen und beweisen.

Dabei hat die Mannschaft zahlreiche junge Spieler, die hungrig sind und eine Menge Potenzial mitbringen.

Die mannschaftliche Geschlossenheit und der Teamgeist sind die Grundlagen für den sportlichen Erfolg. Natürlich sind mit Marcel Hanke und Christopher Wiesner zwei Spieler mit großem Potenzial in unseren Reihen. Gemeinsam mit allen anderen Mannschaftskollegen entsteht so ein solides und kraftvolles Team.

Aktuell besetzt der SV Medizin Hochweitzschen wieder den zweiten Tabellenrang. Nur die Ostrauer sind stärker. Träumt die Mannschaft mittlerweile vom Aufstieg?

Der SV Ostrau ist stark, einfach wird das nicht. Das Aufeinandertreffen am Wochenende wird zeigen, ob wir gegen den Spitzenreiter bestehen können. Wenn ja, ist der Staffelsieg mit der verbundenen Option Aufstieg in die Kreisoberliga gar nicht so unrealistisch. Doch  wie auch in der vergangenen Spielzeit wird das besonnen und zusammen mit den Verantwortlichen und der Mannschaft abschließend entschieden. An dem Saisonziel Platz 1 bis 5 wird weiter festgehalten.

Wie erklären Sie sich den Aufschwung im spielerischen Auftreten der Mannschaft?

Einen großen Anteil daran haben die beiden Trainer Klaus Krzemyk und Axel Klingner. Auch unsere Philosophie, beide Herrenmannschaften gemeinsam trainieren zu lassen, sind wichtig für den Teamgeist allgemein. Hinzu kommt die Motivation jedes einzelnen Spielers und die Unterstützung treuer Fans. Ein Großteil von ihnen reist sogar zu den Auswärtsspielen mit. Der Zusammenhalt zeichnet uns als Verein aus, dafür sind wir  bekannt.

Stillstand scheint beim SV Medizin Hochweitzschen ein Fremdwort zu sein. Ständig herrscht Entwicklung, zuletzt beim Bau des Vereinsheimes.

Richtig. Jahrelang haben wir in Containern unsere Kabinen eingerichtet, im Oktober 2012 war schließlich der Spatenstich für den Bau des Vereinsheimes. Mit Unterstützung vor allem der Gemeinde Großweitzschen, dem Landkreis Mittelsachsen, der Sächsischen Aufbaubank und unzähligen Helfern und Sponsoren konnten wir einen Großteil der Kosten finanzieren. Den Rest haben wir in Eigenmitteln beigesteuert. Dass wir als Verein dabei kräftig mit anpackten, war eine Selbstverständlichkeit für uns.

Das spiegelt auch die Geschichte des Vereins wieder. Schon 1949 wurde der Verein gegründet. Damals packten zahlreiche Freiwillige mit an, um einen Sportplatz entstehen zu lassen.

Völlig ohne technische Hilfsmittel, wie wir sie heute kennen, wurde unter der Leitung der damaligen Vereinsverantwortlichen ein kleines Waldstück gerodet, um den Rasenplatz entstehen zu lassen. Dies gilt unser Respekt und Hochachtung. Hier spielen wir heute noch Fußball, wenn auch etwas komfortabler.

Bei den Fußballspielen der Männermannschaft sieht man am Spielfeldrand zahlreiche Vereins-Urgesteine. Man hat den Anschein, es handle sich viel mehr um ein Familienfest als um ein Fußballspiel.

Das ist auch so. Viele Männer und Frauen, die den Verein über viele Jahre prägten, sind auch heute noch Anhänger. Wir haben ihnen viel zu verdanken und das schätzen wir sehr.

Unsere älteren Einwohner nutzen die Spiele, um sich zu treffen, aber auch um unsere Mannschaften zu unterstützen. Man kann getrost sagen, dass sich die Generationen bei uns ein Stelldichein geben. Das beeindruckt nicht nur mich sehr.

Sie selbst sind seit 2010 Vorsitzender des SV Medizin Hochweitzschen. Vorher spielten sie jahrelang im Verein Fußball. Ein Leben ohne den Verein – noch vorstellbar?

Es ist richtig, dass ich sehr am Verein hänge. Ich bin seit 1974 im Verein, spielte als Kind Fußball und bis 2000 im Männerbereich. Nebenbei habe ich auch die A-Jugend betreut und war Trainer der ersten Männermannschaft. Die Arbeit als Vereinsvorsitzender wird mir in Hochweitzschen leicht gemacht, weil alle an einem Strang ziehen.

Inwiefern?

Beim Bau des Vereinsheimes beispielsweise: Als wir fertig waren, war auch das Fördergeld alle. Allerdings fehlten noch die Außenanlagen. Um die herzurichten, haben wir eine Vereinsumlage eingeführt. Die besagt, dass jedes Mitglied 18 Jahre lang 50 Euro pro Jahr zahlt. Fast alle Mitglieder haben das mitgetragen und beteiligten sich so an der Umsetzung unserer Ideen.

Ist jetzt alles fertig gestellt?

Nein. Wir wollen in den nächsten Monaten die Aufbereitung beziehungsweise den Neubau unseres Hartplatzes in Angriff nehmen. Der wird zu Trainingszwecken im Fußball, aber auch von unserer Frauensportgruppe genutzt und braucht dringen eine Frischkur.

Der SV Medizin Hochweitzschen kann mit 167 auf eine beträchtliche Mitgliederzahl stolz sein. Wie schafft es der Verein, der allgemein rückläufigen Entwicklung entgegen zu wirken?

Grundlage ist  eine ehrliche Arbeit im Verbund mit engagierten Übungsleitern und Betreuern. Neben dem Fußball und unserer Frauensportgruppe gibt es auch eine Behindertensportgruppe, in der wir mit den Wohnstätten „Die Brücke“ zusammenarbeiten. Außerdem bringen wir viel Energie für die Nachwuchsarbeit auf. Das soll auch in Zukunft unser Hauptaugenmerk sein.

Klingt als würde es derzeit keinen Grund für Sorgenfalten geben?

Wie gesagt, ich bin Realist. Ich bin vorsichtig mit all zu euphorischen Äußerungen. Ich freue mich einfach, dass wir einen tollen Zusammenhalt innerhalb des Vereins haben. Das ist die Grundlage für unser Wirken und alles, was damit zusammen hängt.

Ein Unikat wird 80: Hans Böhme, der Fußball und die närrische Zeit

Wenn Hans Böhme heute seinen 80. Geburtstag feiert, ist das Haus voll. Denn der rüstige Rentner hat sich einen Namen gemacht – als langjähriger Fußballfan zum Beispiel. Oder als Karnevalist. Er ist ein Unikat und überall bekannt.

Westewitzer war langjähriges Mitglied bei Medizin Hochweitzschen und hob den CCM Westewitz aus der Taufe

In Westewitz geboren, ist Hans Böhme hier fest verwurzelt. Spielte er selbst jahrelang Fußball beim SV Medizin Hochweitzschen, ist er jetzt einer seiner größten Fans. „Ich begleite den Verein von Anfang an, habe gesehen wie er gewachsen ist und darauf bin ich unglaublich stolz“, erinnert sich Hans Böhme. Er schrieb die Chroniken des Vereins und weiß noch genau um die Anfänge. „Während eines Festaktes im Festsaal der Klinik Hochweitzschen wurde im August 1949 die BSG Landesanstalt Hochweitzschen gegründet. Bereits 1950 erfolgte die erste Umbenennung des Vereins in BSG Einheit Hochweitzschen“, weiß Böhme. Als im Jahr 1952 ein außergewöhnlicher Sportkongress von Gesundheitseinrichtungen in Erfurt stattfand, wurde beschlossen, das alle Sportvereine von Gesundheitseinrichtungen fortan den Namen „Medizin“ tragen müssen. „Nach der Wende wurden die BSGs aufgelöst, finanzielle Mittel blieben aus und ein Kampf um das Überleben des Vereins begann“, erinnert sich der 80-Jährige an die schwierige Zeit des Vereins. Dank der Initiative der Spieler, Funktionäre und Fans gelang es dem Verein aber, den Spielbetrieb mit drei Mannschaften aufrecht zu erhalten.

Westewitz Böhme feiert Sport und Karnevalsgeburtstag
Quelle: Sven Bartsch

Das erste Spiel des Vereins hat Hans Böhme noch gut in Erinnerung: „Auf einer Wiese in Scheergrund, die als Spielfeld hergerichtet war, hieß der erste Gegner im September 1949 Empor Döbeln. Das Spiel endete mit 5:5.“ Doch der Westewitzer war nicht nur Spieler, sondern bisweilen auch Trainer. Auch nach seiner sportlichen Karriere ist er dem Verein treu geblieben – als vermutlich größter Fan. Besonder die Nähe zwischen Mitgliedern und Fans rührt ihn. „In den vergangenen Jahren hat sich der Verein zu einem Familienbetrieb entwickelt. Zu den Heimspielen kommen teilweise bis zu 100 Zuschauer – vom Kleinkind bis zur Großmutter ist dabei alles vertreten“, so Böhme.

Doch neben dem Fußball hat Hans Böhme noch eine ganz andere Leidenschaft: Er ist einer der Mitbegründer des Carnevalclub der Muldenschiffer zu Westewitz (CCM). Seit 40 Jahren – der Verein feiert an diesem Wochenende Geburtstag – ist er mit an Bord, war lange Präsident. Mittlerweile ist er zum Ehrenpräsidenten geschlagen wurden und ist für die Büttenrede verantwortlich. Gemeinsam mit seiner Frau Ingrid ist er dann in seiner Präsidentenuniform dabei. „Mein Mann marschiert noch mit ein“, sagt sie stolz.

Wenn Ingrid Böhme über ihren Mann spricht, hört man viel Liebe mitschwingen. „Wir haben uns vor 30 Jahren kennen gelernt und haben kürzlich unsere Silberhochzeit gefeiert“, erzählt sie. Die Rentnerin stammt ursprünglich aus der Nähe von Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern. „Eine gute Freundin von mir wollte mir eines Tages ihren Cousin vorstellen. Und das war Hans.“ Es dauerte nicht lange, da zog sie zu ihm und ein aufregendes Leben begann. „Mein Mann ist ein sehr leidenschaftlicher Mensch, der überall beliebt ist. Er hilft Gott und der Welt. Wenn jemand ein Wehwehchen hat, ist mein Hans zur Stelle.“ Der 80-Jährige ist gelernter Auto-Sattler, führte später mit seiner Frau gemeinsam die jetzige Muldentalklause in Westewitz – bis zur Rente.

Wenn Hans Böhme nicht gerade im Fußball- oder Karnevalfieber ist, schreibt er. Gedichte rund um Westewitz und die Region. „Mein Mann kann reden wie ein Buch. Wenn sie ihn heute nach einem Gedicht von ihm fragen, kann er ihnen jedes Einzelne auswendig vortragen“, erzählt Ingrid Böhme voller Stolz. Dicke Alben über die Geschichte seiner Heimat stapeln sich im Haus der Böhmes. Und dazwischen auch die Chroniken des SV Medizin Hochweitzschen, die der 80-jährige Westewitzer verfasst hat. Dort ist alles zu finden, was den Verein ausmacht. Von der Fertigstellung des mit großem Aufwand gebauten Sportplatzes, der Patenschaft mit Empor Wernesgrün oder das Spiel zum 50-jährigen Bestehen des Vereins gegen die Mannschaft des FC Sachsen Leipzig mit einem Zuschauerrekord von 800 Leuten. Solange Hans Böhme kann, will er weitermachen – mit dem Fußballverein, dem Karneval und dem Schreiben und Geschichten erzählen.